Wärmepumpe mit Komfort-Lüftung

Veröffentlicht am 1. Oktober 2020

Sebastian Pönsgen (links) im Gespräch mit Christian Krüger: Der Filter liefert den Nachweis, wie sehr sich die Hygiene der Raumluft durch eine Lüftungsanlage verbessert. (Foto: Vaillant)

Wie wohl alle jungen Bauherren wollten Nadine und Christian Krüger aus Wuppertal beim Bau des neuen Eigenheims für ihre vierköpfige Familie möglichst ressourcenschonend und energiesparend bauen. Gleichzeitig mussten sie aber auch die Kosten fest im Blick behalten. Das Ergebnis kann sich, nicht zuletzt dank Förderung für eine umweltfreundliche Wärmepumpe mit integrierter Lüftung, sehen lassen: Etwa 75 Prozent ihrer Heizwärme bezieht Familie Krüger jetzt kostenlos aus der Umwelt.

„Das Gute beim Neubau ist: Es gibt viele Faktoren, mit denen man die Planung beeinflussen kann, um im Rahmen des Budgets sein Traumhaus zu realisieren“, sagen Nadine und Christian Krüger. Deshalb spielten für sie im Entscheidungskatalog ökologische Kriterien eine ebenso große Rolle wie ökonomische. „In energiesparende Bauweise zu investieren, machte dabei besonders Sinn“, sagt Christian Krüger: „Aus Verantwortung zur Umwelt und damit für die Zukunft unserer Kinder, aber auch wirtschaftlich. Denn weniger Energieverbrauch bedeutet zugleich nicht nur weniger CO2-Emissionen, sondern genauso geringere Heizkosten!“

Die Krügers entschieden sich daher, nach den Energiestandards der KfW-Bank zu bauen und so Anspruch auf einen zinsgünstigen Förderkredit zu haben (siehe Kasten rechts). Gebäudehülle und Heiztechnik erfüllen die Vorgaben eines KfW-Effizienzhauses 55. Im Vergleich zum Baustandard der Energieeinsparverordnung braucht dieses Haus also maximal 55 Prozent Energie. „Das haben wir durch eine dichte und gut gedämmte Gebäudehülle in Holzständerbauweise sowie eine gut isolierte Bodenplatte erreicht“, so Christian Krüger.

Ausschlaggebend für die hohe Energieeffizienz war aber auch, wie die Energie erzeugt wird. In Sebastian Pönsgen vom Fachhandwerksunternehmen „Priogo“ (Zülpich) fanden die Krügers dafür einen versierten Berater. „Bei dem geringen Primärenergiebedarf des KfW-Effizienzhaus 55 ist eine Wärmepumpe eindeutig die wirtschaftlichste Lösung“, rechnete der Experte den Krügers schlüssig vor.

Positives Fazit der Krügers zu ihrem neuen Eigenheim: Fördergelder für mehr Energieeffizienz in Anspruch zu nehmen, tut nicht nur der Umwelt gut, sondern bringt letztlich sogar auch mehr Komfort. (Foto: Vaillant)

Die Gitter in der Fassade zeigen die Luftzu- und -abfuhr für die Wärmepumpe und die kontrollierte Wohnraumlüftung an - links wird die Frischluft zugeleitet, rechts wird die Fortluft abgeführt. (Foto: Vaillant)

Um unabhängig von der Geländebeschaffenheit zu sein, empfahl er dabei, als Wärmequelle die Luft zu nutzen, nicht Erdreich oder Grundwasser. „Da die Bauherren zudem für innovative Lösungen aufgeschlossen sind, kamen wir sehr schnell auf die Luft/Wasser- Wärmepumpe „recoCOMPACT exclusive“ von Vaillant. Die hat den Vorteil, dass darin auch gleich eine kontrollierte Wohnraumlüftung integriert ist“, erklärt Pönsgen. Der Vorteil: Die Wärmepumpe macht nicht nur regenerativ warm, sondern sorgt zusätzlich perfekt geregelt für den notwendigen Luftaustausch.

Die 7 kW Heizleistung der Wärmepumpe werden in dem 220 m² großen, zweigeschossigen Neubau zur Beheizung über eine Flächenheizung mit Systemtemperaturen von 35/32 °C verteilt. Das spart Energie. Und: „Ein angenehm temperierter Fußboden ist gerade für die Kinder toll, denn die spielen ja oft auf dem Boden, auf dem Teppich“, weiß Nadine Krüger die Vorzüge zu schätzen.

Aber auch die Temperatursteuerung trägt zum Komfort bei. Der entsprechende Systemregler (Typ: „multiMATIC 700“) für das individuelle Wohlfühlklima ist per Funk mit der Anlage verbunden und arbeitet auch im Sommer, sobald die Wärmeeinträge durch die vielen bodentiefen Fenster zunehmen und die Räume gekühlt werden müssen. Dann sorgt der frei im Haus positionierbare Regler in Verbindung mit der Kühlfunktion der Luft/Wasser- Wärmepumpe automatisch für eine Absenkung der Raumtemperaturen um 3 bis 4 Kelvin.

Lüftung tut der Gesundheit und Umwelt gut

Für noch mehr wohltuende Frische gibt es außerdem die Lüftungsanlage, zum Beispiel nachts. Der Hintergrund: Wenn im Sommer die Außentemperaturen unter die Raumtemperaturen fallen, wird durch einen höheren Luftaustausch die angenehme kühlere Abendluft ins Haus geholt. „Und das ganz ohne Zugluft und bei geschlossenen Fenstern. Also bleibt auch der Straßenlärm draußen“, freut sich Nadine Krüger.

Fachhandwerker Sebastian Pönsgen verweist an dieser Stelle aber zusätzlich auf den energetischen Nutzen, den diese Technik hat: „Effizienzhäuser sind deshalb besonders energiesparend, weil die erwärmte Luft nicht durch undichte Wände, Fenster und Dächer entweichen kann. Ein regelmäßiger Luftaustausch muss dennoch sichergestellt werden. Dafür die Fenster zu öffnen, macht jedoch keinen Sinn, denn dann ginge ja die beheizte Luft verloren.“ Stattdessen gewinnt eine gute Lüftungsanlage sogar die Wärmeenergie aus der Abluft zurück.

Bei Familie Krüger macht die Anlage (Typ „recoVAIR 360“) das besonders gut: Statt der allgemein üblichen 80 Prozent Wärmerückgewinnung überträgt die Kombination aus Wärmepumpe und Lüftungsanlage bis zu 95 Prozent der Abluftwärme auf die frische Zuluft. Deswegen zählt sie auch zu den förderfähigen Baukosten.

Auf die eigene Stromerzeugung vorbereitet

Den Strom für die Heiztechnikzentrale liefert künftig übrigens die Photovoltaikanlage vom Hausdach, so die Planung der Krügers. Die elektrischen Leitungen dafür liegen schon – und zwar bis in die Garage für die „Betankung“ des Elektroautos. Die Förderanträge dafür sind ebenfalls schon ausgefüllt. Denn auch diese Investition in eine regenerative Energieversorgung wird vom Staat belohnt.

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